"Psychose" ist ein Oberbegriff für
Krankheiten, bei denen u. a. Wahrnehmung, Fühlen und Denken erheblich
gestört sind.
Eine Abgrenzung der Psychose von anderen
psychischen Störungen, die nicht zu den Psychosen gerechnet werden,
ist nicht immer leicht. So sind z. B. auch für die Borderline-Persönlichkeitsstörung
und die Multiple Persönlichkeitsstörung
psychotische Episoden charakteristisch. Bei diesen Krankheiten ist jedoch
der Realitätsbezug nicht so tiefgreifend gestört wie bei den
Psychosen im engeren Sinne.
Die bedeutendste psychotische Erkrankung ist die Schizophrenie.
Zu den psychotischen Symptomen, die diese Störung kennzeichnen, zählen
Wahnvorstellungen (z. B. Verfolgungswahn), Halluzinationen (Trugbilder,
denen keine äußeren Sinnesreize entsprechen), Zerfahrenheit
des Denkens und Verflachung der Emotionen.
Wie alle psychiatrischen Diagnosen kann sich auch der Begriff der "Psychose"
diskriminierend auf die so etikettierten Menschen auswirken. Man sollte
daher nicht aus dem Auge verlieren, dass es sich hier nur um einen Sammelbegriff
für beobachtbare oder aus der Beobachtung erschließbare Formen
des Verhaltens und Erlebens handelt - nicht aber um Sachverhalte, die
sich im naturwissenschaftlichen Sinn objektiv beschreiben und erklären
lassen. "Psychose" ist ein sog. hypothetisches
Konstrukt, ein Hilfsbegriff für die Forschung und Therapieplanung.
Vor allem aber ist die Bezeichnung "Psychose" keine Grundlage
für ein Werturteil.